coming home

Tell the world I’m coming home…

Vor genau drei Wochen befand ich mich am Gate. Eigentlich sollte ich erst am Samstag fliegen. Doch am Donnerstag Nachmittag wurde ich angerufen und mir wurde mitgeteilt, mein Flug für Samstag ist gecancelt. Yey. Erst wollte man mich auf Sonntag umbuchen, aber ich dachte mir: Was soll ich hier noch einen Tag länger? Also fragte ich für eine Umbuchung für morgen. Und ruckzuck ging’s nach Hause. Mein ganzes Hab und Gut musste ich in meinen Backpack verstauen. Leider war es nicht ganz so einfach, denn seit ich wusste, dass ich gehe, hat sich mein Besitz verdoppelt. Vor allem mein Teddymantel nahm sehr viel Platz weg. Aber keine Angst, kein Teddy musste sterben.

Der Flughafen war recht leer, der einzige Flug der ging, war meiner. Ich bin durch die Security, die Border Control und aus Australien ausgecheckt. Nun saß ich da am Gate. Aß meine Rice Cakes. Und wartete. Das Flugzeug war rammelvoll. Nach dem Abheben sind wir über Perth geflogen und ich habe schnell Australien über den Ozean aus den Augen verloren.

„Still far away
From where I belong…“

Alles war unwirklich. Ich befand mich tatsächlich auf der Heimkehr. Ganz unverhofft. Auf meiner 28 Stunden Reise habe ich höchstens vier Stunden geschlafen. In meinem Kopf haben viele Gedanken ihre Kreise gedreht.

Jetzt sitze ich im Flugzeug. 14.000 km bis nach Hause. Ich schaue nach draußen. In der Ferne große Wolkentürme, in 12 km Höhe erstreckt sich unter mir der Tiefe weite Ozean. Im Abendlicht spiegeln sich kleine Schäfchenwolken. Alles ist still und friedlich. Der Mond wacht über mir. Ich denke nach. Was ist anders? Habe ich mich verändert? Es ist komisch zu beschreiben, aber ich habe ein anders Gefühl in mir drin. Auf dem Hinflug kam ich mir verloren und fremd vor. Alles war neu und ungewiss. Nun fühle ich mich zu Hause in mir drin. Irgendwie angekommen. Settled. Entspannt und wohl. In mir ruht es. Diese Ruhe und Zufriedenheit hat zuvor gefehlt. Jetzt ist sie da, ich halte sie ganz fest und trage sie in die Welt. 

Auch hat sich durchs Reisen mein Inneres geöffnet. Keine Scheu und Furcht mehr vor dem Unbekannten. In den letzten Monaten war für mich jeder Tag neu und voller unbekannten Dingen. Man muss sie nur aufnehmen, sie beißen nicht. In der vertrauten Umgebung schreckt man oft vor dem Unbekanntem zurück und weicht aus. Doch wenn’s nichts Bekanntes gibt? Tja, dann bleibt man in einer Ecke stehen und wartet auf Jesus. Nein, wohl kaum, denn das würde dauern. So muss man gezwungenermaßen seine Komfortzone verlassen. Man kommt aus sich raus. Das ist das Schönste und Wichtigste, was man lernen kann. Man öffnet sich und dadurch öffnen sich Türen, die sich sonst vielleicht garnicht öffnen würden. Auch schenkt man dem Unbekannten einfach vertrauen. Man vertraut in dem Guten der Menschen und in der Welt.

„No matter what it takes…“

Ich kehre mit keinem Plan zurück. Werde ich meine Reise fortführen? Werde ich dieses Jahr überhaupt nochmal reisen können? Werde ich schon früher studieren? Ich weiß es nicht, aber eins weiß ich ganz gewiss, ich freue mich auf das Jetzt. Alles wird schon kommen wie es soll. 

Mit Freude und Ungewissheit mache ich mich auf den Heimweg. Ebenso meine Familie und Freunde sind in Ungewissheit, denn ich bin auf geheimer Mission 🕵🏻‍♀️

„I’m coming home
I’m coming home
Tell the world I’m coming, home.“

Mal sehen wie sich mein neues Ich in der vertrauen Umgebung macht.

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